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Fasnet


Laufenburger Fasnet  
      
Laufenburg liegt an beiden Ufern des Rheins. Und obwohl es im 1801 geschlossenen Frieden von Lunéville zwei Nationen (Deutschland und der Schweiz) zugeschlagen wurde, feiern die Narren ihre Fasnet bis heute gemeinsam. Wen wundert's, haben sie das doch schon seit 1386 getan. Damals wurde die "Altfischerzunft" gegründet und 1924 neu organisiert - auf beiden Seiten des Rheins gibt es seitdem einen Zunftrat. Eine weitere Besonderheit der Laufenburger Fastnacht ist die   Tschättermusik. Die soll es bereits seit 1611 geben.

Ablauf


Am ersten faißen Dunnschtig, dem dritten Donnerstag vor Fastnacht, erschallen um sechs Uhr früh die durchaus rhythmischen Klänge der Tschättermusik zum ersten Mal: Richtige Instrumente werden nicht benutzt, dafür alles, was irgenwie Krach macht. Noch am Morgen nehmen die Narren die traditionelle Mehlsuppe zu sich, am Nachmittag dürfen die Kinder Tschättermusik machen und am Abend tun's noch einmal die Großen.



Auch am zweiten Faißen spielt die Tschättermusik. Wenn sie dies am dritten Faißen tut, beginnen die Haupttage des lustigen Feierns. Nachdem der Salm (ein Fisch) am Ufer des Rheins gelandet ist, wird die alte Städtelefasnet, die durch strenge Rituale geprägt ist, eröffnet.



An den nächsten Tagen pendeln die Narren permanent über die Rheinbrücke von einem Land ins andere: Am Freitag treffen sich die Guggen in der Schweiz, am Samstag geht's zur Stadtfasnet auf die deutsche Seite. Der Umzug am Sonntag wird auf beiden Seiten begangen und die Kinder treffen sich zu ihrem Umzug am Montag wieder auf der Schweizer Seite. Der unsichere Besucher stellt sich am besten auf die Brücke und schaut, in welche Richtung die Narren ziehen.

Am Fastnachtsdienstag findet das Feiern mit dem eindrucksvollen Narro-Laufen seinen krönenden Abschluss. Für die Kinder ist dies ein besonderer Spaß: Sagen sie fleißig Narrensprüche auf, bekommen sie jede Menge Leckereien geschenkt. Am Abend spielt noch einmal die Tschättermusik groß auf und um Mitternacht wird die Fasnet schweren Herzens dem Feuer übergeben.



FIGUREN


Narro: Mal lächelnd oder grinsend, mal traurig und weinend geht der Laufenburger Narro durch die engen Gassen des Städtchens. Seine Maske stammt ursprünglich aus dem ausgehenden 17. Jhd. und ist somit eine der ältesten im deutschen Südwesten. Dazu trägt der Narro ein buntes Blätzlikleid.


Narrönin: Sie ist eine Art Mutter der Narren und tritt als Einzelfigur auf. Ihr Kleid und ihre Larve dürfen nie von einem Mitglied der Zunft, sondern nur von einem Freund derselben getragen werden.



Fasnachtssprüche


Fahr ufe, fahr abe, fahr Laufeburg zue, wie tanze die Narre, wie chläppere die Schueh!

'S isch Fasnacht, 's isch Fasnacht, d'Buure frässe Würscht, und wenn sie alli gefrässe händ, so lönd si langi Füürz!




Mehlsuppe



Eines der wohl bekanntesten Narrengerichte dürfte die brannte Mehlsuppe sein. Was sich dahinter verbirgt, erfährst du in dem folgenden Rezept.

Zutaten:
60 - 80 g   Mehl
40g   Fett
1 l   Fleischbrühe
2   Lorbeerblätter
ein paar   Nelken und Liebstöckel-Blätter
1/2 l   Bratensoße
1   Schuss Essig
1   Schuss Rotwein
etwas   Sahne
etwas   Pfeffer und Schnittlauch

Zubereitung:
Fett erhitzen, das Mehl darin hellbraun dünsten. Mit dem Rotwein (es kann auch ein Most verwendet werden) glattrühren. Den Essig, die Fleischbrühe und die Bratensoße dazugeben. Zu guter Letzt die Gewürze, das Lorbeerblatt, die Nelken und die Liebstöckelblätter hinzufügen und mitkochen. Mit der Sahne wird das ganze noch abgerundet und mit Maggi und Pfeffer abgeschmeckt.

Das Ganze 1/4 Stunde ziehen lassen und mit Schnittlauch garnieren. Nach Belieben können als Beilage ein paar Salzkartoffeln gereicht werden.

Mahlzeit!!